Fensterbankmontage

Äußere Fensterbänke brauchen eine sichere Fensterbankmontage, um das auftreffende Oberflächenwasser sicher abzuleiten, ohne das Feuchteschäden auftreten. Dazu müssen Fensterbänke

  • eine ausreichende Neigung von mindestens 5% besitzen,
  • wenigstens 40 mm von der Fassadenfläche überstehen,
  • sich bei Temperaturschwankungen schadensfrei bewegen können,
  • schlagregendicht gegenüber dem Fenster und dem Baukörper

eingebaut werden.

Richtige Fensterbankmontage im Wärmedämmverbundsystem
[glossary_exclude]Richtige Fensterbankmontage im Wärmedämmverbundsystem[/glossary_exclude]
Die Anforderungen werden mit Fensterbänken aus einem nichtrostenden Metall mit aufgesetzten u-förmigen Gleitstücken an den seitlichen Enden am einfachsten zu erfüllen sein. Dazu werden die entsprechenden Profilbleche mit dazu geeignetem eingelegtem Kompriband an den Fensterstock angeschraubt (Nichtrostende Schrauben!). Zuvor sind die gleitenden Endstücken aufzusetzen, die die temperaturbedingte Längenausdehnung aufnehmen. Geeignete Maßnahmen zur Schallreduzierung sind zu treffen. Neben dem Aufkleben von Antidröhnband auf der Rückseite der Fensterbank können auch Schall schluckenden Materialien, wie Mineralwolle oder Hanf, unterfüttert werden.

Fensterbankformteil zur Vermeidung einer Wärmebrücke, Abb.: Illbruck
[glossary_exclude]Fensterbankformteil zur Vermeidung einer Wärmebrücke, Abb.: Illbruck[/glossary_exclude]
Ebenfalls von Bedeutung ist, das eine Wärmedämmung unterhalb der Fensterbank, bis unter den Rahmen des Fensters gezogen wird, um die ansonsten unvermeidliche Wärmebrücke zu vermeiden. Empfehlenswert ist hierfür die Montage eines wärmegedämmten Fensterbankformteils vor dem Fenstereinbau. Falls erforderlich, kann darüber eine zweite, wasserführende Ebene, z.B. mittels Folie, ausgeführt sein. Die Entwässerung von Führungsschienen für Rollladen oder Sonnenschutzeinrichtungen erfolgt auf der Fensterbank. Ab einer Einbaulänge von mehr als einem Meter sind Fensterbänke mit geeigneten Halteelementen zusätzlich zu befestigen. Bei Längen über 3 m sind Fensterbänke zusätzlich mittels geeigneter Dehnungselemente zu verbinden, um temperaturbedingte Längenausdehnungen ausgleichen zu können.

Bei der nachträglichen Montage von Außenfensterbänken aus Metall ist auf die erforderliche Fugenbreite an den Seitenteilen zu achten, damit die thermisch bedingte Verformung der Fensterbank durch die Fugendichtstoffe aufgenommen werden kann.

Fensterbankmontage innen

Die inneren Fensterbänke sollten aus einem gering wärmeleitenden Material bestehen z.B. aus grundiertem Massivholz oder geschäumtem Kunststoff. Sie dürfen unterhalb des Rahmens nicht gegen die außen liegende Fensterbank stoßen. Mit dem Einbau von Holzfensterbänken werden materialbedingte Wärmebrücken, wie sie z.B. bei Naturstein auftreten können, teilweise reduziert und die Gefahr der Wasserdampfkondensation infolge Taupunktunterschreitung durch vergleichsweise hohe Oberflächentemperaturen verhindert.

Luftdichtheit – Probleme, Ausführung

Sie erhalten Informationen zur Bedeutung und den Auswirkungen von Mängeln sowie praktische Tipps zur Einhaltung und Überprüfung der Luftdichtheit.

Die Herstellung der Luftdichtheit eines beheizten Wohnobjektes ist von großer Bedeutung für die Energiebilanz, behagliches und bauschadensfreies Wohnen. Luftdichtheit stellt keinen Widerspruch zur Notwendigkeit der Lüftung, also der Einhaltung einer bestimmten Luftwechselrate, dar.

Mögliche Luftdichtheitsmängel
[glossary_exclude]Luftdichtheitsmängel[/glossary_exclude]
Der Lüftungsvorgang, bei dem in einer bestimmten Zeitspanne Raumluft („verbraucht“) gegen Außenluft (frisch) ausgetauscht wird, muss trotz Luftdichtheit über Fenster, Türen oder eine Lüftungsanlage erhalten bleiben. Viele Bauleute und Bauherren lehnen die Herstellung einer luftdichten Gebäudehülle ab. Sie befinden sich im Unklaren darüber, welche Wege des Luftaustausches möglich, und welche zu vermeiden sind.

Keine Frage, für die optimale Raumlufthygiene ist es erforderlich, dass die Raumluft in einer bestimmten Zeit erneuert wird. Durch den Aufenthalt von Menschen und Tieren bedingt, muss der für die Atmung wichtige Sauerstoff zu-, und Stoffwechselprodukte, wie Wasserdampf und Kohlendioxid, abgeführt werden. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt Raumklima und frische Luft.

Aber bei der Herstellung der Luftdichtheit geht es nicht darum, die hygienische Lüftung zu unterdrücken. Vielmehr soll verhindert werden, dass sich dieser Austausch unkontrolliert und über dafür nicht geeignete Bauteile vollzieht. Denn die möglichen negativen Folgen von Undichtheiten sind gravierend. Sie

  • führen bei übermäßigem Luftaustausch zu einem erhöhten Heizenergieverbrauch,
  • können Bauschäden durch Tauwasser und Schimmelbildung nach sich ziehen,
  • verschlechtern in vielen Fällen die Behaglichkeit (kalte Oberflächen, Zugerscheinungen im Winter, Überhitzung im Sommer) und
  • setzen die Luftqualität (durch Freisetzung von Fasern, Stäuben, Schimmelpilzsporen oder den Transport von Gerüchen) herab.

Alle Hüllflächenbauteile eines Hauses (Wände, Decken, ausgebaute Dachgeschosse, Fenster, Türen usw.) sollen dauerhaft luftdicht ausgeführt werden.

Dampfbremse, Diffusion und Luftdichtheit

Eine Dampfbremse hat die Aufgabe, die durch Konzentrationsunterschiede angetriebene Wanderung von Wasserdampf zwischen den Bauteilschichten zu dämpfen (Bremse). Soll der Wasserdampftransport vollständig unterdrückt werden, spricht man von einer Dampfsperre. Diese Aufgabe stellt sich bei einigen gedämmten Konstruktionen (Innendämmung, Dach), da feuchte Dämmschichten nur eine schwache Dämmwirkung haben bzw. zu Bauschäden führen.

Dampfbremse Intello (pro clima)
[glossary_exclude]Dampfbremse Intello (pro clima)[/glossary_exclude]
Leider kann eine solche Dampfbremse unter bestimmten Bedingungen auch eine nachteilige Wirkung haben. Und zwar dann, wenn sie einmal in die gedämmte Konstruktion eingedrungenen bzw. bereits vorhandenen Wasserdampf  nicht rasch genug wieder heraus lässt. Als Ursachen kämen in Frage, wenn

  • Wasserdampf von der warmen Seite (Wasserdampfüberschuss) zur kalten Seite (Dämmschicht) hin eindiffundiert und sich dort allmählich anreichert,
  • infolge frisch eingebautem feuchtem Holz die Wasserdampfkonzentration in der Dämmebene ansteigt oder
  • infolge Undichtheiten im Unterdach Regen oder tauender Flugschnee in die Dämmschicht eindringt, oder
  • durch Leckagen (Luftundichtheiten) wasserdampfhaltige Luft in die Konstruktion einströmt, aber nicht wieder „hinaus findet“.

Wird in solchen Fällen die Rückdiffusion zum warmen, trockeneren Wohnraum durch die Dampfbremse behindert, bleibt eine rasche Rücktrocknung aus. Da eine Feuchtebelastung (Diffusion, Konvektion, Anfangsfeuchte von Bauteilen, Schäden der Dachhaut) nie ganz auszuschließen ist, stellt sich immer die Frage, ob die geplante Dampfbremse unter bestimmten Bedingungen eine Trocknung der Bauteilschichten zulässt, damit die Konstruktion bauschadensfrei bleibt. Das wäre dann der Fall, wenn das Trocknungsvermögen der Konstruktion mit Dampfbremse größer ist als die Feuchtebelastung.

Trocknungsvermögen der eingesetzten Konstruktion mit Dampfbremse

Das Trocknungsvermögen einer gedämmten Konstruktion ist dann größer als die Feuchtebelastung, wenn die eingesetzte Dampfbremse „intelligent“ mit der Feuchtebelastung umgehen kann. Das wäre der Fall, wenn die Diffusionsdichte der Bremse immer dann abnimmt, wenn die Feuchtebelastung im Inneren der Konstruktion hoch ist, so dass eine Rückdiffusion ermöglicht wird. Und wenn die Diffusionsdichte der Bremse immer dann zunimmt, wenn die Wasserdampfbelastung außerhalb der Konstruktion höher ist.

Solche Dampfbremsen haben in Abhängigkeit von der Wasserdampfkonzentration dichtevariable Eigenschaften und sind im gedämmten Dachgeschoss optimal geeignet. Noch höher ist die Trocknungsreserve, wenn auch die äußere Begrenzung , d.h. das Unterdach (zur kalten Seite), diffusionsoffen ausgeführt wird.

Der Einsatz von Dampfsperren und Dampfbremsen mit konstant hohem Diffusionswiderstand ist wegen der nicht vorhandenen bzw. schwachen Rückdiffusionsmöglichkeit nicht empfehlenswert. Im gedämmten Dach und bei Innendämmungen sind solche Materialien absolut ungeeignet.

Eine Leckage in der Dampfbremse führt zum massenhaften Eindringen von Wasserdampf
[glossary_exclude]Eine Leckage in der Dampfbremse führt zum massenhaften Eindringen von Wasserdampf[/glossary_exclude]
Idealerweise haben die so genannten feuchtevariablen Dampfbremsen auch Eigenschaften, die sie für die Aufgabe der Herstellung der Luftdichtheit der Konstruktion ertüchtigen. Das wäre dann der Fall, wenn feuchtevariable Dampfbremsabschnitte gut miteinander, z.B. mit Hilfe von Klebstoffen oder mit sicheren Klebebändern, verklebbar sind. Dabei muss die Verklebung auch auf anderen Bauteilen, Putz- und Holzoberflächen, Kunstoffrohren, u.a.m., langfristig gut funktionieren. Diesbezüglich optimale Eigenschaften besitzen feuchtevariable Dampfbremsen, deren Oberflächen aus Papieren bzw. Baupappen bestehen. Für deren Verarbeitung gibt es zahlreiche geeignete Klebepasten, Dicht- und Klebebänder. AS-Öko-Haus verarbeitet bei der Herstellung von feuchtevariablen Dampfbrems- bzw. Luftdichtheitsebenen nur systemkonforme, zugelassene Materialien (Anfrage).

 

 

Aufsparren- und Zwischensparrendämmung

Hier erfahren Sie alles zur Aufsparren- und Zwischensparrendämmung, zu Anforderungen, Besonderheiten und zur Ausführung, einschließlich praktischer Tipps.

Die Aufsparren- und Zwischensparrendämmung stellen unterschiedliche Anforderungen an die Ausführung der Dämmschicht, sowie an die Luft- und Winddichtheit. Die Beschäftigung mit den Besonderheiten ist ratsam, da es häufig zu Ausführungsmängeln kommt. Allen Arten der Wärmedämmung im Dach verlangen eine heute übliche Dämmstoffstärke, die sich aus der Energiesparverordnung und den staatlichen Förderbedingungen ergibt, die mindestens etwa 14 cm (bei sehr guten Dämmeigenschaften des Dämmstoffes) und etwa 30 cm beträgt, wenn es sich um ein Passivhaus handelt.

Aufsparrendämmung mit Holzfaserdämmplatte
[glossary_exclude]Aufsparrendämmung mit Holzfaserdämmplatte[/glossary_exclude]
Bei der Aufsparrendämmung wird der Dämmstoff über den Sparren angeordnet. Für den Wohnraum ergibt sich so eine entsprechende Raumhöhe und die mögliche Sichtbarkeit der Sparren. Dazu muss über den Sparren eine Schalung vorhanden sein oder nachträglich aufgenagelt werden, damit der Dämmstoff sich nicht durch Eigengewicht oder Belastung durchbiegt. Denn der Dämmstoff muss während der Lebensdauer des Daches sich selbst, die gesamte Last aus Dachziegeln, Dachlatten und Konterlatten, in der Bauzeit die Dachdecker und im Winter ggf. erhebliche Schneemengen tragen. OSB-Platten oder Holzmehrschichtplatten sind dafür nicht so gut geeignet, da sie die sommerliche Rücktrocknung ínfolge des erhöhten Diffusionswiderstandes behindern.

Vor dem Aufbringen des Dämmstoffes ist bei einer Aufsparrendämmung die Dampfbremse bzw. Luftdichtheitsebene zu verlegen. Hierbei ist Sorgfalt bei der Herstellung der luftdichten Anschlüsse und Verbindungen erforderlich.

Beachten: Anschlüsse

Quelle: http://www.wissenwiki.de
Quelle: http://www.wissenwiki.de

Zu beachten sind die Anschlüsse zum Ortgang und Drempel, sowie zu allen Durchdringungen, wie Schornsteine, Dunstrohre, Dachflächenfenster etc. Eine gute und hilfreiche Darstellung der Ausführung der verschiedenen Details zur Luftdichtung findet sich auf der Webseite http://www.wissenwiki.de.

Als Dämmstoffe können in Abhängigkeit der Konstruktion alle zugelassenen Dämmstoffe verwendet werden. Überwiegend werden hoch wärmedämmende Dämmstoffe, wie z.B. Polyurethanschaum mit einer Wärmeleitfähigkeit um 0,025 W/mK, eingesetzt.

Besteht keine Einschränkung bezüglich der Höhe des gedämmten Daches können für die Aufdachdämmung auch Holzfaserdämmplatten verwendet werden. Durch die etwas höhere Wärmeleitfähigkeit der Holzfaserdämmplatte (Lambda ca. 0,04 W/mK) muss, um die gleiche Wirkung wie mit PU-Schaum zu erzielen, mit einem etwa 40 % dickeren Aufbau gerechnet werden. Der Vorteil der Holzfaserplatten liegt vor allem in der höheren Dichte, was zu einem langsamerem Aufheizvorgang führt – die thermische Behaglichkeit im Sommer ist also besser. Wenn AS Öko-Haus ein Angebot für eine Aufsparrendämmung machen soll, wird immer eine Variante mit Holzfaserdämmplatten vorgelegt (Anfrage).

Vorteil der Aufsparrendämmung

Die Aufsparrendämmung besitzt den Vorteil, dass bei Verwendung von druckbelastbaren Dämmstoffen (PU-Schaum, Holzfaserdämmplatten) die Wärmedämmung homogen und ohne Unterbrechungen (Sparren) verlegt werden kann. Die Konterlattung zur Schaffung der Belüftungs- und Entwässerungsebene wird direkt auf den Dämmstoff aufgebracht und mit den darunter liegenden Sparren verschraubt. Dadurch kann eine optimale, wärmebrückenarme Dämmwirkung erzielt werden. Nachteilig ist die Tatsache, dass die Luftdichtheit oft zu wünschen übrig lässt, was auf Ausführungsmängel zurück zuführen ist. Wird sorgfältig gearbeitet, dauert die anspruchsvolle Schaffung luftdichter Konstruktionen natürlich etwas länger.

Da die Luftdichtheitsebene nachträglich nicht repariert werden kann, sollte ein Luftdichtheitstest (Blower door, Wincon) nach Verlegung der Dampfbremse erfolgen, da die Luftdichtheit über die Bauschadensfreiheit  der Wärmedämmkonstruktion entscheidet.

Zwischensparrendämmung

Vollsparrendämmung mit Zellulose und Holzfaserdämmplatte
[glossary_exclude]Vollsparrendämmung mit Zellulose und Holzfaserdämmplatte[/glossary_exclude]
Bei der Zwischensparrendämmung wird der Dämmstoff zwischen den Sparren verlegt. Man unterscheidet eine belüftete und ein unbelüftete Variante. Die unbelüftete Variante wird auch Vollsparrendämmung genannt, weil der gesamte Hohlraum zwischen den Sparren vollständig mit Dämmstoff gefüllt ist. Die Zwischensparrendämmung ist bei der Sanierung immer dann erste Wahl, wenn ein Unterdach vorhanden ist, dieses einen sehr geringen Dampfdiffusionswiderstand besitzt und raumseitig eine luftdichte Dampfbremse mit großem Rücktrocknungsvermögen verlegt ist bzw. werden kann.
Für die unbelüftete Zwischensparrendämmung (Vollsparren) wird häufig Mineralwolle eingesetzt, die häufig vom Heimwerker selbst verlegt wird. Wegen der geringen Dichte der Mineralwolle ist die im Sommer erreichbare thermische Behaglichkeit jedoch gering. Auf eindringendes Wasser reagiert Mineralwolle mit der Bildung von Wassernestern, weil keine kapillare Leitfähigkeit vorhanden ist. Eine deutlich bessere Fehlertoleranz weisen Dämmungen auf, die gute kapillare Eigenschaften besitzen. Dazu gehören Zelluloseflocken und Holzfasern. Diese Dämmstoffe haben auch den Vorteil, dass beim Einblasen in die Hohlräume zwischen den Sparren die Dämmung anschließend lückenlos und setzungssicher „sitzt“. Voraussetzung ist dafür die Arbeit eines geschulten Fachbetriebes. AS Öko-Haus unterbreitet Ihnen gerne ein Angebot für eine Zwischensparrendämmung (Anfrage).

Eine Zwischensparrendämmung auszuführen ist möglich, wenn ein ansonsten intaktes Dach zur Wohnraumnutzung vorbereitet bzw. das Dach neu- oder umgedeckt wird. Bei einer Neu- bzw. Umdeckung besteht für das die Sparren überdeckende Unterdach die Möglichkeit, Holzfaserplatten einzusetzen. Bei entsprechender Stärke „überdämmen“ diese die Sparren und bilden den äußeren Teil der verlorenen Schalung für das Einblasen von Zellulose oder Holzfasern.

Wenn die Sparrenstärke nicht ausreicht

Bei älteren Gebäuden reicht die vorgefundenen Sparrenstärke meist nicht, um einen gesetzlich geforderten (0,24 W/m²K) bzw. von der KfW-Förderbank erwünschten U-Wert der Konstruktion um 0,2 W/m²K zu erzielen. Hier hilft bei Neueindeckungen eine entsprechend starke Holzfaserdämmplatte als Unterdach (ab 4 cm). Dass Ergebnis entspricht einer gut funktionierende Kombination von Zwischensparren- und Aufdachdämmung.

dach_gedaemmt_vollsparren_aufgedoppelt_schnitt
[glossary_exclude]Durch Aufnageln von Brettern vergrößerte Sparrenhöhe[/glossary_exclude]
Eine Alternative besteht darin, die Sparrenhöhe durch zusätzliche Hölzer anzuheben (Neueindeckung!) oder Bretter von der Bodenseite aus gegen die Sparren zu nageln, um die mögliche Dämmstoffhöhe nach unten anzupassen. Das winddichtende Unterdach (in der Abbildung grün dargestellt) kann sowohl als Unterspanbahn, als auch mittels Holzfaserdämmplatte ausgeführt werden. Bei Verwendung von einblasfähigen Dämmstoffen und unter dem Gesichtspunkt verbesserter sommerlicher Behaglichkeit empfiehlt sich der Einsatz von Holzfaserdämmplatten. Die Winddichtheit von außen ist durch sorgfältige Ausführung an Durchdringungen (Schornsteine, Dunstrohre, Dachflächenfenster u.a.m.) zu sichern. Raumseitig benötigt die Konstruktion bei Einblasdämmstoffen eine zweite, „verlorene“ Schalung. Diese Funktion kann die Dampfbremse (in der Abbildung blau dargestellt) übernehmen, die gleichzeitig die Aufgabe der Luftdichtheitsebene wahrnimmt. Sie wird mittels spezieller, armierter Pappen bzw. Folien oder OSB-Platten ausgeführt. Details zur Ausführung der Dampfbremse/Luftdichtheitsebene, die unabhängig von der Art des Dachdämmsystems sind, erfahren Sie im Abschnitt Luft-und Winddichtheit ausgebauter Dachgeschosse.

Häufige Ausführungsmängel bei Aufsparren- und Zwischensparrendämmung

dach_fehler_unterspannbahn1Ein ausreichender Belüftungsquerschnitt bei der Zwischensparrendämmung ist zu schaffen, wenn die Unterspannbahn einen vergleichsweise hohem Dampfdiffusionswiderstand aufweist. Dies ist bei unbekannten Folien und Aufbauten anzunehmen. Das Foto zeigt die nachträglichen Bemühungen einen ausreichenden Belüftungsquerschnitt mittels eingeschobener Dachlatte zu schaffen. Offenbar hat man nicht damit gerechnet, dass die meisten Mineralwolledämmmatten nach der Einbringung etwas aufgehen! Auch der Versuch, der Sache mit Installationsleerrohren beizukommen, musste schief gehen.

Versuch der Schaffung einer Belüftungsebene
Versuch der Schaffung einer Belüftungsebene

Bei einer solchen Ausgangslage ist es zweckmäßiger raumseitig eine feuchtevariable Dampfbremse für die Luftdichtheitsebene anzuwenden, die eine ausreichende Rücktrocknung in den Raum ermöglicht. Das gilt auch dann, wenn unklare Eigenschaften anderer Unterdächer, wie jenen mit einer bituminierten Bahn, vorliegen.

 

Dachdämmung, Luftströmungen und Thermografie

Von außen aufgenommene Wärmebilder ausgebauter Dachgeschossen zeigen oft Temperaturunterschiede, hervorgerufen durch Luftströmungen unter der Dachhaut.

Luftströmungen unter der Dachhaut im ausgebauten Dachgeschoss
[glossary_exclude]Luftströmungen unter der Dachhaut im ausgebauten Dachgeschoss[/glossary_exclude]
Von einigen Beratungsingenieuren werden die Temperaturunterschiede jedoch leichtfertig mit der energetischen Qualität einer Dämmmaßnahme in Verbindung gebracht. Nicht selten werden daraus Hinweise zur Verbesserung der Wärmedämmung abgeleitet. Natürlich lassen Thermogramme ausgebauter Dachgeschosse Interpretationen in dieser Richtung unter bestimmten Voraussetzungen zu. In der Mehrzahl der Fälle ist jedoch keine Aussage über die Güte der vorhanden bzw. frisch ausgeführten Wärmedämmmaßnahme, deren Dämmstoffstärke oder der Lückenlosigkeit eingebrachter Dämmstoffe möglich. Der Grund ist plausibel.

Luftströmungen unter der Dachhaut

Eine Thermogafiekamera „sieht“ von außen auf belüftete Ziegel oder eine andere Art der Eindeckung und nicht unmittelbar auf eine Dämmschicht. Insofern ist mit solchen Aufnahmen nur die Lokalisierung von wärmeren und kühleren Bereichen einer Eindeckung möglich und deren Ursache, z.B. mangelhafte Luftdichtheit, diskutierbar. Belastbare Aussagen zur energetischen Qualität von Dämmschichten erfordern immer eine Thermografie von der Warmseite, also von innen.

Luftströmungen oberhalb von Dachflächenfenstern im ausgebauten Dachgeschoss
[glossary_exclude]Luftströmungen oberhalb von Dachflächenfenstern im ausgebauten Dachgeschoss[/glossary_exclude]
Jedoch ist auch hier eine vernünftige Aussage nur dann möglich, wenn der raumseitige Abschluss des Wohnungsausbaus nicht ebenfalls hinterlüftet ist.

Die mittels Thermografiekamera bei einer Außenaufnahme sichtbar gemachten Auffälligkeiten eines Daches zeigen Bereiche unterschiedlicher Temperatur. Sie werden durch Luftströmungen unterhalb der Eindeckung verursacht.

Die Aufnahmen geben damit also Hinweise, wo und mit welchen weiteren technischen Hilfen (z.B. der Luftdichtheitsmessung) gesucht werden kann. Keinesfalls lassen solche Aufnahmen alleine belastbare Aussagen zur ausgeführten Dämmstoffstärke oder gar dem U-Wert zu. Allerdings sind die Aufnahmen für einen erfahrenen Berater meist hinreichendes Indiz für den einen oder anderen Mangel, der bei ausgeführten Wärmedämmmaßnahmen typisch ist.

Luft- und Winddichtheit ausgebauter Dachgeschosse

Wir unterscheiden im ausgebauten, beheizten Dachgeschoss – unabhängig von der konkreten Dachform – Ebenen mit Luft- und Winddichtheit.

Lage der Ebenen der Wind- und Luftdichtheit
[glossary_exclude]Lage der Ebenen der Luft- und Winddichtheit[/glossary_exclude]
Die Luftdichtheit eines Gebäudes bzw. eines Dachgeschossausbaus ist immer auf der warmen Seite der Konstruktion herzustellen und schließt den gesamten Baukörper mit ein. Die warme Seite ist die dem Raum zugewandte, also die mit der warmen Wohnraumluft in Berührung kommende Seite. Die Luftdichtsheitsebene kann als selbstständiges Element ausgeführt werden (spezielle Folien, Baupappen) oder indem Konstruktionsteile diese Aufgabe mit übernehmen (Holzspan-, OSB-Platten, Stöße überklebt, Kompribänder u.a.m.). Eine luftdichte Wohnhülle herzustellen ist eine wichtige Tätigkeit, bei der sich der Ausführende keinerlei Nachlässigkeiten erlauben darf.

Mangelhafte Luftdichtheit im ausgebauten Dachgeschoss

  • führt zu einem erhöhten Heizenergieverbrauch,
  • kann Bauschäden nach sich ziehen,
  • verschlechtert in vielen Fällen die Behaglichkeit (kalte Oberflächen, Zugerscheinungen im Winter, Überhitzung im Sommer) und
  • setzt die Luftqualität herab (durch Freisetzung von Fasern, Stäuben, Schimmelpilzsporen oder den Transport von Gerüchen).

Winddichtheit

Optimale Winddichtheit wird gefordert, um die durch Windangriff auf der kalten, nach außen gewandten Seite des Wohnhüllenausbaus verursachte Durchströmung von vergleichsweise locker gepackten Dämmstoffen (Mineral-,Glaswolle, Hanf- und Flachsmatten) zu verhindern. In der Regel hat die winddichtende Ebene zusätzlich die Aufgabe, eine Durchnässung der Dämmschichten durch eine defekte oder in Reparatur befindliche Dachhaut zu vermeiden. Diese Aufgabe des Unterdaches wird von diffusionsoffenen Unterspannbahnen oder imprägnierten Holzfaserdämmplatten gut erfüllt.

Fehlende Winddichtheit im ausgebauten Dachgeschoss führt zu durchströmten Dämmschichten, deren Wirkung nachlässt. Infolgedessen kommt es zu einen erhöhten Heizenergieverbrauch. Bei gleichzeitiger Luftundichtheit können Bauschäden infolge Tauwasserausfall im Dämmstoff entstehen.

Leichthochlochziegel

Sie erfahren die Vor- und Nachteile, die bauphysikalischen Eigenschaften, den Einsatzbereich und erhalten Tipps zur Verarbeitung von Leichthochlochziegeln.

Lückenlos und luftdicht

Bei einer Innendämmung muss die Konstruktion zum Raum hin lückenlos und luftdicht ausgeführt werden. Sie darf nicht hinterlüftet werden.

Schema_Hinterlueftung
[glossary_exclude]Mangelhafte, nicht luftdichte Ausführung der Innendämmung führt zu Bauschäden[/glossary_exclude]
Lange konnte sich die fehlerhafte Vorstellung von so genannten hinterlüfteten Konstruktionen halten. Planer und Ausführende gingen davon aus, dass diese Konstruktionen auf Grund der Zwangsluftströmung trocken bleiben müssten. Es wurde aber übersehen, dass ein erheblicher bauphysikalischer Unterschied zwischen einer mit kühler Außenluft umspülten Holzkonstruktion und einer mit warmer Raumluft in Kontakt kommenden kühlen Außenwand besteht. Im ersten Fall kann sich kein Kondenswasser bilden, wenn Luft und Bauteil gleich warm bzw. kalt sind. Im zweiten Fall zwingt die im Winter kühle Außenwand die auftreffende warme, meist stark mit Wasserdampf aufgeladene Raumluft, überschüssiges Wasser auszuscheiden.

Aufbau der Innendämmung

Der prinzipielle Aufbau der Innendämmung ist bei gut funktionierenden Systemen identisch. Er ist unabhängig von gegebener Wandkonstruktion und Dämmstoff. Immer wird auf die Innenseite einer Außenwand ein geeigneter Dämmstoff lückenlos so aufgebracht, dass dieser nicht hinterlüftet, also von Raumluft hinterströmt werden kann.

Aufbau einer innen gedämmten Wand
[glossary_exclude]Aufbau einer innen gedämmten Wand[/glossary_exclude]
Eine optimale wärmdämmende Wirkung wird erreicht durch

  • das möglichst nahe, hinterlüftungsfreie Aufbringen von Dämmstoff und
  • den Einsatz von mindestens 3 bis 12 cm Wärmedämmmaterial, welches
  • lückenlos auf der Innenseite der Außenwand verlegt wird.

Das Prinzip der Lückenlosigkeit bezieht sich auf die unterbrechungsfreie Verlegung des Dämmstoffes ebenso wie auf die Anbringung der Dämmung auf möglichst allen Außenwandflächen. Mit anderen Worten: Fensterlaibungen, Sturzbereiche, Ecken von einbindenden Innenwänden, die Flächen hinter Heizkörpern usw. müssen in die Dämmmaßnahmen einbezogen werden. Steht hierbei kein ausreichender Platz zur Verfügung (wie z.B. bei Laibungen, oder hinter Heizkörpern) muss ein Dämmstoff mit besserer Dämmleistung bei geringerer Schichtdicke verwendet werden.

Durch die Innendämmung verringert sich der U-Wert der Wandfläche, so dass der Wärmedurchgang durch die Wand erschwert wird. Die innere Oberflächentemperatur erhöht sich, die Behaglichkeit steigt und der Energiebedarf für Raumheizung nimmt ab.

Einbau von Fenstern und Türen

Der sachgerechte Einbau von Fenstern und Türen hat das Ziel, hohe Luft- und Winddichtheit sowie Schlagregendichtheit mit Langzeitstabilität zu erreichen.

Abdichtung mit einem diffusionsoffenen Dichtband von außen
[glossary_exclude]Abdichtung mit einem diffusionsoffenen Dichtband von außen[/glossary_exclude]
Dazu sind die Anschlüsse an den Baukörper so auszubilden, das die bauphysikalischen Anforderungen an den Wärme-, Feuchte- und Schallschutz erfüllt werden. Die Bauanschlussfugen in der wärmeübertragenden Umfassungsfläche sind entsprechend dem Stand der Technik dauerhaft luftundurchlässig abzudichten. Die Trennebene von Raum- und Außenklima muss über die gesamte Fläche der Außenwand erkennbar sein, und darf nicht unterbrochen werden. Undichtheiten führen zu ungewolltem Luftaustausch, verbunden mit entsprechendem Wärmeverlust, Einbußen bei der Behaglichkeit und der Gefahr von Bauschäden.

Abdichtung von Fenstern und Türen zum Baukörper

Verlegen von Quellband
Verlegen von Quellband

Für die Haltbarkeit, die Dichtheit und die Wärmebrückenarmut spielt die Einbauart der Fenster und Türen eine große Rolle. Hier sieht der Fachmann auf Baustellen immer noch jede Menge Pfusch – nicht nur selbst gemachten. Angesicht moderner Materialien und Anforderungen gilt der Satz ‚Das haben wir schon immer so gemacht‘ hier schon lange nicht mehr.

Die Abdichtung zum Baukörper erfolgt grundsätzlich nach dem Prinzip „innen dichter als außen“. Dabei sind Fugenbewegungen zu berücksichtigen. Bei der Fugendimensionierung ist also zu beachten, dass sich Fensterrahmenmaterial ausdehnt, wenn es warm wird (siehe RAL-Einbaurichtlinie für Fenstermontage).

Auswahl des Dichtungsmaterials

Kompriband nicht um die Ecke herumführen sondern abschneiden und neu ansetzen
[glossary_exclude]Kompriband nicht um die Ecke herumführen sondern abschneiden und neu ansetzen[/glossary_exclude]
Die eingesetzten Dichtungsmaterialien müssen der Bewegung des Rahmens folgen und dürfen nicht abreißen. Das Abdichtungsmaterial ist daher so zu wählen, dass es nicht zu Unverträglichkeiten miteinander oder unkontrollierbaren Wechselwirkungen mit dem Fenstersystem kommt. Gute Ergebnisse erreicht man mit der Verlegung von Kompriband zwischen Rahmen und Öffnung. Das Kompriband sollte genauso breit sein wie der Rahmen. An den Ecken wird das Kompriband abgeschnitten und in der anderen Richtung neu angesetzt (nicht herumführen!). Nach dem Einsetzen des Rahmens in die Fensteröffnung quillt das Kompriband auf und legt sich zuverlässig an die umgebende Konstruktion an. Voraussetzung dafür ist eine glatte Umgebung (ggf. vorher Glattstrich). Ein eventuell in der Ecke entstehendes Loch wird mit einer elastischen Füllmasse verschlossen. Um Schimmelbildung oder gar eine Durchfeuchtung durch den Niederschlag von Raumluftfeuchtigkeit im Randbereich des Rahmens zum Mauerwerk zu vermeiden, muss der Anschluss, also der Fugenfüllstoff, mindestens den gleichen U-Wert aufweisen wie der Fensterrahmen. Nach dem Aufquellen des Kompribandes wird die Fuge innen und außen mit entsprechenden Dichtbändern überklebt.

Eigenschaften der Dichtbänder

diffusionsbremsende Luftdichtungsfolie wird am Rahmen mit Dichtband angeschlossen
[glossary_exclude]diffusionsbremsende Luftdichtungsfolie wird am Rahmen mit Dichtband angeschlossen[/glossary_exclude]
Bei der Auswahl der Klebe- bzw. Dichtbänder gilt die Regel:  innen luftdicht und diffusionsbremsend, außen winddicht und diffusionsoffen. Bei einer Holzkonstruktion wird die Luftdichtheitsebene bis auf den Fensterrahmen herangezogen und mit einem dauerhaften Klebeband überklebt. Bei einer geputzten Fensteröffnung ist ein Dichtband zunächst auf einem Glattstrich anzukleben.

Als Dämm- und Dichtungsmaterial zur Abdichtung der Fenster zum Mauerwerk hin können auch althergebrachte Materialien, wie Teer-Hanfstrick, Holzwollezöpfe oder Kokosfasern zum Einsatz kommen. Als Abdichtungs- und Versiegelungsstoffe nach außen sollten jedoch witterungs- und UV-beständige Kunststoffdichtungsmassen (Silikongummi) verwendet werden. Die allgemein üblichen Bauschäume sind nicht empfehlenswert, da sie lediglich ein Montagehilfsmittel darstellen. Im Laufe der Zeit kann es wegen der unvermeidlichen Bewegungen der Fenster zu einem Abriss des Schaums an den Anschlussstellen kommen, wodurch luftdurchlässige Fugen entstehen. PU-Bauschaum ist außerdem nicht UV-stabil, was zu einer schnellen Zersetzung des Schaums unter Lichteinwirkung schon während der Bauphase führt

Einbau von Fenstern und Türen im Neubau und im Altbau mit Wärmedämmverbundsystem

Sanierung: Wenn möglich, Festerrahmen bündig setzten
[glossary_exclude]Neubau und Sanierung: Wenn möglich, Festerrahmen bündig setzten[/glossary_exclude]
Beim Neubau eines Hauses mit Wärmedämmverbundsystem sollten die Rahmen der Fenster und Türen im Rohbau ohne Anschlag, also mauerwerksbündig eingesetzt werden. Ebenso sollte verfahren werden, wenn eine außen liegende Wärmedämmung bei einer energetischen Althaussanierung vorgesehen ist. So kann (später) ein nahezu wärmebrückenfreier Anschluss der Wärmedämmung hergestellt werden. Durch die bis auf den Rahmen gezogene Wärmedämmung kann eine hohe Dichtungssicherheit und ein wärmebrückenarmer Anschluss realisiert werden. Voraussetzung ist ggf. lediglich ein etwas breiterer Rahmen. Die Einbauart bietet günstige Dichtungsmöglichkeiten auch hinsichtlich der Vermeidung von Schallbrücken als auch bezüglich des Feuchtigkeitsschutzes. Die Dichtigkeit der äußeren Anschlüsse kann mit speziellen vorkomprimierten Dichtbändern ausgeführt werden.

Regeln für den Einbau von Fenstern und Türen
Regeln für den Einbau von Fenstern und Türen

Die äußere Abdichtung beim Einbau von Fenstern und Türen

Ankleben des Dichtbandes mit Nahtpaste
[glossary_exclude]Ankleben des Dichtbandes mit Nahtpaste[/glossary_exclude]
Die Abdichtung zwischen Außenbauteilen und Baukörpern ist nach VOB / Teil C DIN 18 355 so auszuführen, dass sie dauerhaft und schlagregendicht ist. Hierzu sollte die Außenabdichtung (zusätzlich zum Kompriband) mit einem breiten Dichtungsband hergestellt werden, das auf dem Rahmen als auch auf dem Mauerwerk (Glattstrich!) abgeklebt wird. Die äußere Abdichtung erfolgt z.B. mit umlaufendem überputzbaren und dampfdiffusionsoffenen Dichtungsband (nach DIN 52 615, Sd-Wert < 0,5 m) im Sturz und Laibungsbereich mit integrierter Bewegungsreserve (nach DIN 4108-T7).

Fehler: dampfdichtes Dichtband auf der Außenseite
Fehler: dampfdichtes Dichtband auf der Außenseite

Das Dichtungsband darf nach Anbringung der Außendämmung nicht mehr sichtbar sein. Die genaue Bemaßung bzw. Dimensionierung aller Dichtstoffe und Materialien sind jeweils den erforderlichen Gegebenheiten am Baukörper anzupassen. Produktinformation und Verlegeanleitungen der Hersteller von Dichtungssystemen sind zu beachten. Was gar nicht geht: Der Einbau eines dampfdichten Dichtbandes auf der Außenseite kann schwerwiegende Folgen haben. Von außen eingedrungene Feuchtigkeit kann nicht rasch genug abtrocken. Und: Von innen nach außen diffundierender Wasserdampf kondensiert an der innenseite der Dichtungsfolie.

Die innere Abdichtung beim Einbau von Fenstern und Türen

Die innere Abdichtung erfolgt im Sturz und im Laibungsbereich mit dreiseitig umlaufendem überputzbaren und wasserdampfdichten Dichtungsband (nach DIN 52 615). Der Sd-Wert sollte größer als 1500m sein. Die Folie ist schlaufenförmig so an die Laibung zu platzieren, dass Bewegungen im Anschlussbereich aufgenommen werden können.Die innere Abdichtung erfolgt dreiseitig umlaufend im Sturz und Laibungsbereich mit eingelegtem Hinterfüllmaterial zur Begrenzung der Fuge im Fugengrund und für diesen Einsatzbereich geeigneten Dichtstoff. Der Dichtstoff ist vorab auf seine Haftfähigkeit mit dem Untergrund zu untersuchen und mit abgestimmten Primern (Haftvermittlern) vorzubehandeln. Die vom Industrieverband Dichtstoffe im IVD-Merkblatt Nr. 9 veröffentlichten Angaben zum Einsatz von Dichtstoffen bei Anschlussfugen von Fenstern und Fassaden sind zu beachten. Entsprechend der DIN 18 540 dürfen die Dichtstoffe grundsätzlich nicht überstrichen werden. Die innere Abdichtung kann auch mit einem selbstklebenden Verleistungssystem mit gekoppeltem Schaumkunststoffband und integrierter dampfdiffusionsdichter Folie erfolgen. Wechselnde und ungleiche Oberflächen der Laibung müssen durch einen Glattstrich ausgeglichen werden, wenn die geplante Abdichtung aufgrund der Unebenheiten nicht fachgerecht auszuführen ist.

Äußere Abdichtung im unteren Blendrahmen (Fensterbankanschluss)

Die Außenabdichtung im Bereich des Fensterbankanschlussprofils erfolgt mit einer wannenförmig ausgeprägten dampfdiffusionsoffenen Folie. Die seitlichen Fensterbankanschlüsse zur Laibung sind schlagregensicher mit komprimiertem Dichtungsband oder mit Hinterfüllmaterial und geeignetem Dichtstoff abzudichten. Die Schlagregensicherheit ist stets zu gewährleisten und durch ein Prüfzeugnis zu belegen. Diese Art der Abdichtung hat auch dann zu erfolgen, wenn im Zuge des Fensteraustausches neue Fensteraußenbänke montiert werden.