Energieeinsparverordnung EnEV, Fassung 2016

Nichtamtliche Fassung

Abschnitt 1: Allgemeine Vorschriften

Abschnitt 2: Zu errichtende Gebäude

Abschnitt 3: Bestehende Gebäude und Anlagen

Abschnitt 4: Anlagen der Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie der Warmwasserversorgung

Abschnitt 5: Energieausweise und Empfehlungen für die Verbesserung der Energieeffizienz

Abschnitt 6: Gemeinsame Vorschriften, Ordnungswidrigkeiten

Abschnitt 7: Schlussvorschriften

Anlagen


Kork-Granulat

Kork-Granulat: leicht diffusionsbremsend, mit befriedigender Dämmwirkung

Kork-Granulat
[glossary_exclude]Kork-Granulat[/glossary_exclude]
Handelsnamen Senmar, Hebo, Cortex, Recy-Kork, Emfa, Ziro, GS Natur-Korkschrot
Herstellung, Herkunft Rinde der etwa alle 7 bis 10 Jahre schälbaren Korkeichen, überwiegend aus Portugal, Spanien, Marokko

  • der Korkschrot (3-7 mm) wird entweder direkt als schüttfähiger Wärmedämmstoff eingesetzt oder
  • Korkschrot aus Recycling-Kork (Flaschenkorken)
stoffliche Eigenschaften
Angebot, Liefermöglichkeit Korkschrot in Säcken
Dämmstoffdichte in kg/m3 55-130 (500)
Wärmeleitfähigkeitin W/mK 0,045 – 0,055
Diffusionswiderstandszahl µ 5-10
Wärmekapazität, spezifische in kJ/kgK 1,6 – 1,8
Brandschutzklasse B 2
Herstellungsenergieaufwand relativ lange Transportwege
Risiken nur für expandierten Korkschrot bekannt, da durch das Erhitzen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK, Benzpyren) entstehen
Preis in EUR pro m³ : 170 – 250 für Platten, um 150 für Korkschrot; etwa 20 bis 25 € pro m² für U-Wert 0,2
Beständigkeit alterungsbeständig, verrottungsfest, fäulnisresistent
Entsorgung recyclingfähig, deponiefähig
Zulassungs-Nr. DIN 18161 für Korkplatten
Anwendung, Verarbeitung: Korkschrot: Geschossdecke, Innendämmung, Trennwände, Zwischensparrendämmung (Schalung), Achtung: Expandierter Korkschrot (dunkelbraun, starker Eigengeruch) eignet sich für die Dämmung im Haus nicht, Schadstoffbelastung[nbsp]
Vorteile:
  • nicht expandierter Korkschrot eignet sich sehr gut als Schüttdämmstoff in Eigenleistung
  • guter sommerlicher Wärmeschutz
  • Feuchteregulierung gut
Nachteile:
  • Korkschrot benötigt als Schüttdämmstoff eine Schalung
  • Setzungen nicht ausgeschlossen
  • höherer Dampfdiffusionswiderstand ist zu berücksichtigen
  • Atemschutz beim Schneiden von Platten (siehe Risiken)
  • kann zum nestbau verwendet werden

Energieeinsparverordnung EnEV, Fassung 2014

Anlagen

Perlite

Perlite-Dämmstoff: schüttfähig, nichtbrennbar, preiswert

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[glossary_exclude]Perlite[/glossary_exclude]
Handelsnamen Hyperdämm-Mineralstoffkörnung, Thermo-Fill® S, Estroperl und Staubex (Knauf), Bachl Perlit
Herstellung, Herkunft Körner des Vulkangesteines Perlit enthalten eine geringe Menge Wasser. Durch Erhitzung verdampft das Wasser, wodurch die Perlite ähnlich wie Puffreis expandieren.
stoffliche Eigenschaften Schüttdämmstoff der Körnungsgröße 1-3mm, zwecks wasserabweisender Wirkung mit hydrophobierendem Mittel behandelt
Angebot, Liefermöglichkeit in Säcken
Dämmstoffdichte in kg/m3 Schüttdichte ca. 60 kg/m3
Wärmeleitfähigkeit in W/mK 0,045-0,07
Diffusionswiderstandszahl µ ca. 3
Wärmekapazität, spezifische, in kJ/kgK 1
Brandschutzklasse A1
Herstellungsenergieaufwand in kWh/m³ ca. 210 – 235
Risiken Staub bei der Verarbeitung
Preis in EUR pro m3 ca. 130
Beständigkeit unempfindlich gegen Alterung, Verrottung, Schrumpfung
Entsorgung
Zulassungs-Nr. Z-23.12-116
Anwendung, Verarbeitung: Kerndämmung zweischaliger Außenwände, nachträgliche Kerndämmung zweischaliger Außenwände, Einblasgerät notwendig, bei nachträglicher Kerndämmung werden Löcher in die Wand gebohrt bzw. einzelne Steine entfernt und die Körnung mit Druck in den Hohlraum eingeblasen, Verarbeitungsbetriebe als zugelassene Betriebe beim Institut für Bautechnik Berlin hinterlegt, Schüttung unter Estrich, Schüttdämmstoff in Dachschrägen, Schüttung auf obersten Geschossdecken
Vorteile:
  • fugenlose Wärmedämmschichten beliebiger Dicke in einem Arbeitsgang
  • rasches Arbeiten von außen, ohne Gerüst möglich
Nachteile:
  • bei nachträglicher Kerndämmung bleiben einzelne Bereiche (Sturzträger, Laibungen, Ringbalken, Hausecken, Binderziegel) ungedämmt, da kein Luftraum
  • Gefahr von Kondensation von Wasserdampf auf Wärmebrücken

Blähglimmer

unbrennbarer Schüttdämmstoff mit mäßiger Dämmwirkung

vermiculite
[glossary_exclude]Vermiculite[/glossary_exclude]
Handelsnamen Vermiculite, Vermibit, Vermiquick, Agroverm, u.a.
Herstellung, Herkunft Glimmerschiefergranulat (teilweise aus Südafrika) wird auf 1000 °C erhitzt, wobei das Kristallwasser verdampft und das Granulat expandiert (Prinzip Puffreis)
stoffliche Eigenschaften Schüttdämmstoff, teilweise mit Bitumen umhüllt (Vermibit)
Angebot, Liefermöglichkeit in Säcken
Dämmstoffdichte in kg/m3 Schüttdichte ca. 70 – 140
Wärmeleitfähigkeit in W/mK 0,06 – 0,07
Diffusionswiderstandszahl µ ca. 2 – 8
Wärmekapazität, spezifische, in kJ/kgK  1,5
Brandschutzklasse A 1
Herstellungsenergieaufwand in kWh/m³ 230 (lange Transportwege)
Risiken keine bekannt
Preis in EUR pro m3 100 – 180
Beständigkeit unempfindlich gegen Alterung, Verrottung, Schrumpfung, jedoch empfindlich gegen Feuchtigkeit, Nestbau unmöglich, da nachrutschender Dämmstoff
Entsorgung recyclingfähig, deponiefähig
Zulassungs-Nr.
Anwendung, Verarbeitung: Kerndämmung, Schüttdämmungen auf und in Decken bzw. Fußböden, Trockenestriche
Vorteile:
  • fugenlose Wärmedämmschichten in einem Arbeitsgang
  • gleichzeitiger Wärme-, Schall- und Brandschutz sowie Höhenausgleich bei Fußbodendämmungen möglich
  • rasches Arbeiten
  • nicht brennbare Dämmung, kein Flammenschutzmittel erforderlich
Nachteile:
  • relativ hohe Wärmeleitfähigkeit, große Schichtdicken
  • hohe Staubentwicklung, besonders nach langer (Um-) Lagerung der Säcke
  • lange Transportwege des Rohmaterials
  • Rieselschutz notwendig

 

Blähton

Unbrennbares, schüttfähiges, hochbelastbares Material mit mäßigen Dämmeigenschaften

daemmst_schuett_poroton
[glossary_exclude]Blähton[/glossary_exclude]
Handelsnamen

Fibotherm, Liapor, u.a.
Herstellung, Herkunft Aufbereiteter, granulierter Magerton wird mit einem Treibmittel versetzt. Bei 1200 °C kommt es zur Expansion. Die granulierten Tonkügelchen blähen sich zum fünffachen ihres Volumens auf, die Oberfläche erhält eine relativ feste, gesinterte Außenhaut.
stoffliche Eigenschaften durch Verglasung der Oberfläche Wasser abweisend, nicht brennbar, druckfest, schwer
Angebot, Liefermöglichkeit in Säcken
Dämmstoffdichte in kg/m3 400 -1000
Wärmeleitfähigkeit in W/mK 0,01 – 0,25
Diffusionswiderstandszahl µ 2 – 8
Wärmekapazität, spezifische, in kJ/kgK
Brandschutzklasse
A1
Herstellungsenergieaufwand mittel, 300-450 kWh/m³ ?
Risiken keine bekannt
Preis in EUR pro m3 [nbsp]
Beständigkeit [nbsp]
Entsorgung recyclingfähig, deponierbar
Zulassungs-Nr. Z-23.11-1907
Anwendung, Verarbeitung: Kerndämmung, Deckendämmung, Höhenausgleich, Zuschlag zu Lehmausfachungen im Fachwerkbau
Vorteile:
  • heimischer Rohstoff
  • nicht brennbar, druckbelastbar als Schüttung
Nachteile:
  • Wärme dämmende Eigenschaften mittelmäßig
  • ungünstiges Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Einsatz als Dämmstoff nicht empfehlenswert

Unterste Geschossdecke

Die unterste Geschossdecke (meist Kellerdecke) kann meist verhältnismäßig einfach und preiswert gedämmt werden, in dem ein Dämmstoff von unten oder oben angebracht wird. SchemaDaemmungIconEine Dämmung von oben, also von der Raumseite aus, ist meist aufwändiger. Eine zusätzliche Dämmung sollte immer dann in Erwägung gezogen werden, wenn

  • die Wohnung im Verhältnis zu anderen vergleichbaren Wohnungen erhöhte Heizkosten aufweist,
  • es fußkalt ist (Oberflächentemperatur unterhalb von 17°C bei einer Raumtemperatur um 20°C),
  • und/oder das Gebäude vor 1995 nach den damals geltenden Wärmeschutzverordnungen errichtet wurde.

Dass die Wärmedämmung für die unterste Geschossdecke von Bedeutung ist, kann an Hand der U-Werte aus der Tabelle verschiedener Deckenkonstruktionen entnommen werden. Es zeigt sich, dass selbst Decken der Jahre bis 1980 nur U-Werte um 1 W/m²K aufweisen. Gegenüber einer heutigen Konstruktion mit einem U-Wert um 0,25 W/m²K resultiert daraus ein vierfach höherer Wärmestrom mit entsprechend unbehaglichen Oberflächentemperaturen („kalte Füße“).

u_wert_verschiedener_kellerdecken
[glossary_exclude]U-Werte verschiedener Deckenkonstruktionen[/glossary_exclude]
Bei der Wärmedämmung der untersten Geschossdecke geht es darum, den Wärmestrom der oberen, beheizten Räume durch die Decke in unbeheizte Räume nach unten möglichst zu unterbinden. Damit lässt sich das durch niedrige Oberflächentemperaturen am Boden bedingte Auftreten eines Kaltluftsees (Behaglichkeitsmangel) vermeiden. Das wird im Neubau durch geeignete Konstruktionen nahezu vollständig erreicht. Im Falle der Sanierung müssen Kompromisse eingegangen werden, da nicht alle Bauteile in die Wärmedämmmaßnahme einbezogen werden können. Denn die nachträgliche Dämmung der untersten Geschossdecke ist an den Außenwänden und, soweit vorhanden, an Durchdringungen (Schornsteine) und Kellerinnenwänden zu unterbrechen. Eine Dämmung kommt allerdings nur in Frage, wenn die Geschossdecke selbst und alle Auflagerbereiche der Decke trocken sind.

Der Gesetzgeber hat in der Energieeinsparverordnung (EnEV) bei der Dämmung von Decken gegen unbeheizte Räume einem U-Wert von 0,35 W/m²K festgelegt. Die Einhaltung dieses Wertes verlangt eine Mindestdämmstoffstärke von etwa 11 cm. Dies gilt allerdings nur für Umbauten bzw. den erstmaligen Einsatz. Eine nach den Mindestanforderungen der KfW-Förderbank geförderte Maßnahme verlangt sogar einen U-Wert von 0,25 W/m²K, was einer äquivalenten Dämmstoffstärke von ca.14 cm mit Dämmstoffen der Wärmeleitfähigkeitsgruppe WLG 040 entspricht.

Unterste Geschossdecke: Wärmedämmung von unten

Geschossdeckendaemmung von unten
[glossary_exclude]Prinzip: Dämmung von unten[/glossary_exclude]
Die überwiegend angewandte Methode der Geschossdeckendämmung, vor allem bei massiven Decken, ist die Wärmedämmung von unten. Dabei wird ein Wärmedämmstoff von unten möglichst ganzflächig durch Klebung und ggf. Dübeln an der Decke angebracht. Als geeignete Dämmstoffe mit etwa der gleichen wärmedämmenden Wirkung kommen in Frage:

  • biegesteife Dämmstoffe wie Platten aus Schaumpolystyrol oder Polyurethanschaum,
  • vlies-kaschierte Mineralwolleplatten,
  • Holzfaser- und Holzweichfaserplatten,
  • einblasfähige Dämmstoffe, wie Zellulose, bei Vorhandensein einer geeigneten verlorenen Schalung.

Die Eignung der Dämmstoffe hängt in starken Maße von der Beschaffenheit der Decke und und möglichen Ein- und Aufbauten ab. So eignen sich plattenartige, biegesteife Dämmstoffe bei einer zerklüfteten Decke, auf der zahlreiche Rohren, Kabelkanäle usw. angebracht sind, weniger. Bezüglich der Eignung einer Decke für eine Wärmedämmung ist beachten: Armaturen, Pumpen, Absperrhähne, Abzweigdosen eigen sich nicht für eine vollständige Einhausung durch den Deckendämmstoff. Auch Kaltwasserleitungen bleiben wegen der möglichen Kondensatbildung besser außerhalb der Dämmschicht. Doch Achtung: Es entsteht Frostgefahr, wenn die unterste Geschossdecke gut gedämmt wird und dadurch die Raumtemperatur im Keller absinkt. Dagegen können Heizungsrohre und Warmwasserleitungen sehr effektiv in die Deckendämmung einbezogen werden.

Wie bei allen anderen Flächendämmungen auch, muss der Dämmstoff dicht angebracht und lückenlos verlegt werden, so dass eine Unter- bzw. Durchströmung des Dämmstoffes mit Kellerluft unterbleibt. Das gilt auch für die mit dem Dämmstoff eingehausten Wasserrohre, Abwasserleitungen und elektrischen Kabelkanäle.

Folien, gleich welcher Art, gehören nicht in die Konstruktion. Bei mangelhafter Luftdichtheit der zu dämmenden Geschossdecke (z.B. bei Holzbalkendecken) gehört eine luftdichtende Ebene auf die warme Seite der Konstruktion, also auf den Fußboden des Raumes über der Geschossdecke.