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XPS Extrudierter Polystyrol-Hartschaum

zuletzt am: Do, 15 Dez 2016 15:45:23 | von: now | Kategorie(n): Allgemein

Handelsnamen Styrodur , Depron
Herstellung, Herkunft geschlossenzelliger Schaumkunststoff (95 %); Farbe grün (BASF) oder blau (DOW); Monostyrol, hergestellt aus Erdöl (lange Prozesskette mit einer Reihe giftiger Stoffe) polymerisiert zu Polystyrol; im Extruder wird Polystyrol aufgeschmolzen und durch Zugabe eines Treibmittels aufgeschäumt, als Treibmittel werden bzw. wurden teilhalogenierte Kohlenwasserstoffe (HFCKW) verwendet, seit 1999 ist Styrodur C (BASF) frei von FCKW, HFCKW, HFKW; als Treibmittel wird CO2 verwendet, das verbleibende Zellgas ist Luft
stoffliche Eigenschaften thermoplastischer Kunststoff, sehr leicht, unverrottbar, relativ druckfest, sehr geringe Wasseraufnahme, nicht lösemittelbeständig, versprödet unter UV-Strahlung
Angebot, Liefermöglichkeit Platten in verschiedenen Abmessungen und Stärken, Formteile
Dämmstoffdichte in kg/m3 25 – 45
Wärmeleitfähigkeit in W/mK 0,035 – 0,04
Diffusionswiderstandszahl-µ 80 – 200, je nach Druckfestigkeit, für Depron: äquivalente Luftschichtdicke für 6mm: 2,2m
Wärmekapazität, spezifische in kJ/kgK 1,5
Brandschutzklasse B1 mit Hilfe von Flammenschutzmitteln (Bromwasserstoff, Phosphorverbindungen)
Herstellungsenergieaufwand mittel bis groß, Energierückflussdauer 0,5 bis 1,5 Jahre
Risiken
  • bei der Herstellung: Monostyrolemission, ggf. FCKW oder HFCKW bei verschiedenen Produkten (Schäumungsvorgang)
  • im Brandfall: Ruß, CO2die Belastung mit toxischen Gasen liegt (mit Ausnahme der auf das Flammenschutzmittel zurückzuführenden Stoffe) unter der von Holz bzw. Holzfaserdämmplatten und expandiertem Kork
Preis in EUR pro m3 200 – 300
Beständigkeit thermische Zersetzung beginnt bei 135 °C
Entsorgung wieder verwendbar bei sauberen Ausbau, Recycling zu Dämmstoffen, Porosierung von Ziegeln, seit 2016 Sondermüll (Produktion vor 2014) wegen der bis 2014 verwendeten Flammenschutzmittel, Verbrennung in dafür zugelassenen Müllverbrennungsanlagen
Zulassungs-Nr. DIN 18164, Z-23.1.2-287
Anwendung, Verarbeitung: vorrangig: Kelleraußendämmung (Perimeterdämmung), Wärmedämmung unter dem Gebäude aber auch: Innendämmung, Kerndämmung, Übersparrendämmung, Umkehrdach, Fassadensockeldämmung, Wärmebrücken
Vorteile:
  • große, ununterbrochene Flächen können rasch und sauber gedämmt werden
  • keine Faser- oder Staubemissionen bei der Verarbeitung
  • kaum Wasseraufnahme druckfest hoher
  • Dampfdiffusionswiderstand günstig für Innendämmung (Montage ohne Dampfbremse),
  • auch in geringeren Schichtdicken zur Kompensation von Wärmebrücken
Nachteile:
  • relativ hoher Dampfdiffusionswiderstand,
  • erschwert diffusionsoffene Konstruktionen bei außen liegenden Dämmschichten (im Keller keine Bedeutung)

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